Demenz-Frühzeichen, Schlafhygiene fürs Herz & Süssstoffe unter der Lupe

«Ohne Depression wären 45 Prozent aller Demenzfälle weltweit vermeidbar.»
Demenz: Wenn die Psyche warnt
Das Gehirn vergisst nicht, wenn die Seele leidet. Wie eine aktuelle Auswertung zeigt, liesse sich fast jeder zweite Demenzfall weltweit vermeiden – vorausgesetzt, bestimmte Risikofaktoren würden frühzeitig reduziert. Dazu zählt nicht nur Bluthochdruck oder Bewegungsmangel, auch Depressionen und soziale Isolation gehören dazu.
Eine umfangreiche schwedisch-amerikanische Untersuchung mit über 130 000 Alzheimer-Betroffenen macht deutlich, wie eng Psyche und Gehirn verknüpft sind: Nach der Diagnose steigt das Risiko für schwere Depressionen deutlich an, im ersten Jahr sogar massiv. Weitere aktuelle Analysen benennen zudem zwei bislang unterschätzte Risikofaktoren: nachlassende Sehkraft und erhöhte LDL-Cholesterinwerte.
Besonders eindrücklich ist der Einfluss sozialer Beziehungen. Regelmässige Kontakte wirken wie ein Trainingsprogramm fürs Gehirn – sie können Stress reduzieren, Einsamkeit abfedern und die psychische Stabilität stärken. Ein aktives soziales Leben gilt damit zunehmend als wichtiger Schutzfaktor für die geistige Gesundheit bis ins hohe Alter.
Studie: www.thelancet.com

«Herzschock: Grossstudie entlarvt nächtliches Licht als stillen Killer!»
Schlafhygiene: Herzen mögen’s dunkel
Künstliches Licht in der Nacht ist mehr als nur lästig – es kann dem Herzen ernsthaft schaden. Eine grosse Langzeitstudie mit fast 89 000 Teilnehmenden zeigt: Wer nachts regelmässig hellem Licht ausgesetzt ist, trägt ein deutlich höheres Risiko für Herzschwäche und Herzinfarkte.
Der Grund liegt in der inneren Uhr. Dunkelheit signalisiert dem Körper Ruhe und kurbelt die Produktion von Melatonin an – ein Hormon, das beruhigt und Entzündungen bremst. Wird dieser natürliche Rhythmus durch Licht gestört, gerät das Herz unter Stress.
Nun lässt sich aber feststellen, dass die Nächte zunehmend heller werden: Satellitendaten belegen, dass die künstliche Beleuchtung weltweit stark zugenommen hat. Die Gegenstrategie ist simpel und wirksam – dunkeln Sie das Schlafzimmer ab, meiden Sie Bildschirme vor dem Zubettgehen und gönnen Sie sich der Nacht echte Dunkelheit.
Studie: jamanetwork.com

«Light-Getränke erhöhen das Fettleberrisiko stärker als Cola – schon ein Glas genügt.»
Süssstoffe: Bitterer Beigeschmack für die Leber
Light-Getränke galten lange als smarter Ausweg aus der Zuckerfalle. Doch aktuelle Studiendaten zeigen: Wer täglich mehr als ein grosses Glas davon konsumiert, erhöht sein Risiko für eine stoffwechselbedingte Fettleber deutlich – sogar stärker als bei zuckerhaltigen Softdrinks.
Eine grosse Beobachtungsstudie mit knapp 124 000 Teilnehmenden zeigte jedoch auch eine einfache Alternative: Wer Light-Getränke durch Wasser ersetzte, senkte sein Risiko für eine Fettleber messbar. Künstliche Süssstoffe wie Sucralose oder Saccharin verändern das Darmmikrobiom und beeinflussen den Gallensäurestoffwechsel.
Über einen Zeitraum von zehn Jahren starben mehr als hundert Teilnehmende an Lebererkrankungen, besonders häufig jene, die regelmässig zu gesüssten Getränken griffen. Die Schlussfolgerung der Forschung ist nüchtern, aber eindeutig: Für die Leber bleibt Wasser die beste Wahl.
Studie: www.rosenfluh.ch



















