Gegen den Winterblues

Leider lässt sich der Sommer nicht im Körper konservieren. Es gibt keine Vorratsdose für Sonnenstrahlen, keine Flasche für Wärme im Körper und auch das salzige Meerwasser ist längst aus den Haaren gewaschen. Und während die Tage langsam kürzer werden, klopft schon leise der Winterblues an. Zeit also, ein bisschen Sommer hinüberzuretten.

«Zu wenig Tageslicht im Winter? Lichttherapie kann die innere Uhr unterstützen. Schon 30 Minuten helles Licht am Morgen geben dem Körper einen kräftigen Impuls.»

Die Tage sind kurz, das Licht knapp – und nach und nach fällt der Weg aus dem warmen Bett schwerer. Der Antrieb fehlt, die Energie scheint im Winterschlaf zu sein und selbst Dinge, die sonst Freude machen, fühlen sich eher wie ein Pflichtprogramm an. Kurz gesagt: Der Winter drückt langsam, aber sicher auf die Stimmung.

Die gute Nachricht: Ein bisschen Sommer lässt sich zurückholen. Gefühle, Erinnerungen und Glücksmomente können wir immer wieder hervorzaubern. Bewegung, Musik, Düfte, ein Souvenir von den Strandferien oder die Erinnerung an einen Lieblingsmoment genügen oft, um positive Gefühle neu zu entfachen. Denn das Glück, das wir im Sommer gespürt haben, steckt nicht nur in der Jahreszeit – es steckt auch in uns.

Das Licht des Sommers hingegen lässt sich nicht konservie-ren – und auch nicht einfach wieder hervorzaubern. Im Winter müssen wir selbst aktiv werden.

Wenn Arbeitsweg und Feierabend im Dunkeln liegen, lohnt es sich, die Mittagspause bewusst zu nutzen. Licht tanken, frische Luft schnappen, den Kopf frei bekommen und neue Energie sammeln – all das steckt in einem kleinen Mittagsspaziergang.

«Lieblingsmusik aufdrehen, durch die Stube tanzen, lachen und den Moment geniessen – auch wenn es draussen dunkel ist, dürfen die Herzen strahlen. Schaffen Sie sich Ihren eigenen Glücksmoment!»

Und nach dem Aufenthalt im Freien schmeckt der Tee oder der Kaffee gleich noch besser – besonders mit leicht kalten Wangen und dem Gefühl, etwas für sich getan zu haben.

Und auch das Krafttraining sollten wir nicht vernachlässigen, nur weil wir unseren Körper für den Gang an die frische Luft in viele Schichten einpacken müssen und die Muskeln unter der Winterkleidung gut versteckt sind. Krafttraining macht nicht nur stark und formt den Körper, sondern kann auch die Stimmung heben. Das Training kurbelt den Stoffwechsel an, hilft beim Stressabbau und unterstützt die Ausschüttung von Botenstoffen, die für Wohlbefinden sorgen. Und ganz persönlich freue ich mich über einen einfachen Zusatzeffekt: Nach dem Krafttraining habe ich selbst mitten im Winter nicht mehr kalt.

Im Winter, wenn wir viel Zeit in geschlossenen Räumen verbringen, bekommt unser Körper deutlich weniger Licht als an einem sonnigen Sommertag im Freien. Licht macht wach, hebt die Stimmung und unterstützt Konzentration und Aufmerksamkeit. Gleichzeitig ist Licht der wichtigste Zeitgeber für unsere innere Uhr – es hilft ihr, den richtigen Takt zu halten, damit der Körper tagsüber aktiv ist und nachts zur Ruhe kommt.

In den Wintermonaten kann eine Lichttherapie helfen, die innere Uhr zu unterstützen und dem Körper wieder einen kräftigen Impuls zu geben. Dafür setzt man sich am besten morgens nach dem Aufstehen etwa 30 Minuten vor eine speziellen Lichtlampe. Ihr helles Licht simuliert die Helligkeit eines klaren Tages im Freien.

In der Lichttherapie werden spezielle Leuchtmittel mit einer Lichttemperatur 4000 bis 6500 Kelvin (von neutralweissem bis tageslichtweissem Licht) und einer Lichtstärke von ca. 10 000 Lux eingesetzt. Solche Lampen können an bestimmten Therapiestandorten ausgeliehen oder erworben werden.

Und so geht es: Sie setzen sich in einem Abstand von etwa einer Armlänge mit geöffneten Augen vor die Lampe. Die Lampe steht seitlich vor Ihnen, sodass das Licht ins Gesichtsfeld fällt, ohne dass Sie direkt hineinschauen müssen. Während der Anwendung können Sie in Ruhe frühstücken oder auch lesen. Entscheidend ist die regelmässige Anwendung.

Gute-Laune-Tipps gegen den Winterblues

  • Tageslicht tanken: Jede Minute draussen zählt – besonders rund um die Mittagszeit. Aber auch bei grauem Himmel tut ein Aufenthalt im Freien gut.
  • Bewegung: Ein Spaziergang, Krafttraining oder Yoga bringt Körper und Geist in Schwung.
  • Lieblingsmusik aufdrehen: Musik kann die Stimmung erstaunlich schnell heben –probieren Sie es aus und erstellen Sie sich eine Feel-good-Playlist!
  • Menschen treffen: Ein Kaffee mit Freunden, ein gemeinsames Mittagessen oder ein spontanes Telefonat sind Aufsteller, die nachwirken.
  • Lachen: Schauen Sie sich einen witzigen Film an oder verbringen Sie Zeit mit Menschen, die Sie zum Lachen bringen. Manchmal reicht auch ein Nachmittag mit Kindern – ihre spontanen Sprüche, ihre Fantasie und ihr herzhaftes Lachen sind ansteckend.
  • Wohlfühlmomente schaffen: Zünden Sie eine Kerze an, geniessen Sie in Ruhe eine warme Dusche mit Peeling, wickeln Sie sich in eine kuschelige Decke ein und trinken Sie dazu eine Tasse Tee.
  • Etwas tun, das Freude macht: Malen, lesen, musizieren Sie oder backen Sie einen Kuchen – Hauptsache, es fühlt sich nicht nach Pflicht an.
  • Für helles Licht sorgen: Sonnenlicht im Gesicht und gegebenenfalls eine Lichttherapie können besonders in der dunklen Jahreszeit hilfreich sein.

Jetzt sind Sie dran: Wählen Sie Ihren Glücksmoment – Bewegung, Musik, Menschen, Kerzenschein oder Weihnachtszauber. Es braucht gar nicht viel, um den Winter ein bisschen heller zu machen. Ich persönlich versuche, dem Winter mit positiven Gefühlen entgegenzublicken – und mich auf all die kleinen Dinge zu freuen, die diese Jahreszeit besonders machen.