Karriere im Vergleich

EFZ-Berufe – zwei Lernende, zwei Welten. Ronja stärkt Gesundheit im Fitnesscenter, Arno kocht für bis zu 200 Gäste. Wie unterscheiden sich ihre Berufe und was haben sie gemeinsam?

«Ich freue mich, Menschen beim Training zu begleiten und ihre Fortschritte zu sehen. Mir gefällt, wie viel wir über den Körper lernen und wie persönlich die Arbeit ist. Sie ist viel mehr als Sport, es ist Verantwortung und der Wunsch, anderen etwas mitzugeben.»

Ronja Job, Fachfrau Bewegungs- und Gesundheitsförderung EFZ, 2. Lehrjahr, Charly’s Fitnessclub Winterthur

Kilian Käppeli: Warum hast du dich für diesen Beruf entschieden?
Ronja Job: Schnuppern im Fitnessclub hat mir gezeigt, wie abwechslungsreich der Beruf ist. Das Team und der Fokus auf Gesundheit und Bewegung haben mich sofort überzeugt.

Wie erlebst du die Ausbildung?
Anfangs war ich oft müde, weil ich fast den ganzen Tag auf den Beinen war. Gleichzeitig fasziniert mich, wie viel wir über den Körper lernen. Ich hätte nicht gedacht, dass die -Theorie so umfangreich ist.

Was gefällt dir besonders?
Am liebsten führe ich InBody-Analysen durch und erstelle neue Trainingspläne. Es motiviert mich, wenn Kunden Fortschritte sehen oder neue Ziele erreichen.

Was fällt dir eher schwer?
Marketing und Kommunikation. Die Themen sind komplex und sprechen mich weniger an.

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?
Ich beginne an der Rezeption, erledige die mir übertragenen Auf­gaben, begleite Kundinnen und Kunden bei ihren Trainingsterminen oder spreche Trainierende auf ihre Fortschritte an. Nach der Arbeit trainiere ich oft selbst.

Wie nutzt du KI?
Ich nutze ChatGPT für ­Zusammenfassungen von schwierigen Texten. Für Fachthemen oder Mathe setze ich das Tool bewusst nur eingeschränkt ein.

Was motiviert dich?
Ich möchte die BMS ­absolvieren und später Ernährungsberatung oder Physiotherapie studieren.

«Kochen ist für mich Kunst. Am meisten Freude habe ich, wenn Gäste zeigen, wie sehr sie unsere Arbeit schätzen. Die Arbeit in der Küche ist intensiv, aber ich bekomme viel zurück durch Teamgeist, den kreativen Freiraum und die Möglichkeit, Menschen mit einem Gericht glücklich zu machen.»

Arno Kaspar, Koch EFZ, 3. Lehrjahr, Restaurant Rössli Illnau

Kilian Käppeli: Warum wolltest du Koch werden?
Arno Kaspar: Ich wusste früh, dass mich der ­Beruf fasziniert. Ich habe mich in drei Betrieben beworben und drei Zusagen erhalten. Ent­scheidend ­waren die Teamdynamik und die Sterneküche.

Wie erlebst du die Lehre?
Der Beruf ist fordernd und schön zugleich. In der Talentklasse der ABZ Zürich bekomme ich viele spannende Einblicke und lerne schnell dazu.

Was machst du im Betrieb am liebsten?
Desserts anrichten. Für mich ist Kochen wie Kunst, bei der man kreativ sein kann. Die Zusammenarbeit im Küchenteam schätze ich ebenfalls sehr.

Was ist herausfordernd?
Unvorhersehbare Stresssituationen, etwa grosse Gruppen ohne Reserva­tion. Dann passieren leichter Fehler.

Wie sieht dein typischer Tag aus?
Vorbereitung am Morgen, dann Mittagsservice und Zimmer­stunde, Abendservice mit bis zu 120 Gästen und Banketten. Zum Schluss wird die Küche ­gereinigt.

Welche Rolle spielt KI?
Ich nutze KI in der Schule, aber nur zur Unterstützung, nicht um Aufgaben zu lösen. Lernen muss ich trotzdem selbst!

Was sind deine Ziele?
Ich möchte die Lehre ­erfolgreich abschliessen, ein Praktikum bei ­Andreas Caminada ­absolvieren und ­danach die Berufs­matura beginnen.