Neuigkeiten aus dem Bereich Gesundheit

«Kreatin war das Pulver der Pumper. Jetzt landet es im Kaffee – und im Kopf der Forscher.»

Kreatin: Vom Hantel-Pulver zur Hirn-Hoffnung
Kreatin kannte man bisher nur aus dem Kraftsport. Jetzt steckt es plötzlich überall drin, in Riegeln, im Kaffee, sogar in Gummibärchen. Was ist dran? Eines ist sicher: Wer Krafttraining macht, baut mit Kreatin mehr Muskeln und mehr Kraft auf. Vor allem ab 50 lohnt sich das, denn da schwinden die Muskeln von allein. 3 bis 5 Gramm am Tag reichen völlig – teure Spezialpulver braucht niemand. Neu im Gespräch: Kreatin soll auch dem Kopf helfen. Studien zeigen einen kleinen Effekt aufs Gedächtnis – aber nur bei älteren Menschen oder wenn man übermüdet ist. Bei jungen, ausgeschlafenen Menschen passiert wenig.

Studie: academic.oup.com

«Nicht das Alter zählt, sondern das Tempo des Alterns. Und das bremst kein Millionen-Drip – sondern die Entscheidungen, die wir jeden Tag treffen.»

Wenn der Schlaftracker zum Schlafräuber wird
Uhr, Ring oder App – heute lassen viele Menschen den eigenen Schlaf vermessen. Doch manche bringt genau das um den Schlaf. Die Ärzte haben sogar einen Namen dafür: Orthosomnia – die Sucht nach dem perfekten Schlafwert. Schon 2017 sahen Forschende Patienten und Patientinnen, die sich todmüde fühlten – nur weil ihre App eine schlechte Note zeigte. Dabei war ihr Schlaf objektiv betrachtet völlig in Ordnung. Das Problem: Diese Geräte messen oft ungenau. Und sie sind keine Ärzte. Wer morgens zuerst aufs Display schaut, statt auf das eigene Gefühl, macht den Tracker zum Chef im Schlafzimmer. Sinnvoller ist es, die Zahlen als groben Hinweis über Wochen zu lesen – nicht als Zeugnis für eine einzige Nacht. Wer müde ist, sollte schlafen. Wer wach und fit ist, dem geht es gut – egal, was die App sagt.

Studie: link.springer.com

«Wenn die Uhr jede Nacht benotet, wird aus Erholung Stress. Schlaf kann man nicht ertracken.»

Longevity: Der Jungbrunnen heisst Bewegung
Tech-Milliardär Bryan Johnson schluckt 100 Pillen am Tag, um den Tod zu überlisten. Doch die Wahrheit ist viel einfacher – und gratis. Eine über 24 Jahre laufende Studie zeigt: Es kommt nicht darauf an, wie alt die Zellen heute sind. Es kommt darauf an, wie schnell jemand altert. Wer schneller altert, stirbt früher – egal, wie alt die Person ist. Eigentlich logisch. Doch dieses Tempo lässt sich bremsen. Nicht mit teuren Infusionen, sondern mit Bewegung, gutem Essen und ohne Zigaretten. Kostet nichts. Wirkt mehr.

Studie: www.nature.com