Spröde und ausgetrocknete Lippen im Winter
Sie stehen für Sinnlichkeit, Ausdruck und ein strahlendes Lächeln – unsere Lippen. Doch gerade im Winter braucht ihre zarte Haut besondere Aufmerksamkeit. Trockene Heizungsluft, frostige Kälte und häufige Temperaturwechsel bringen ihre natürlichen Schutzmechanismen schnell an die Grenzen. Die Folge: Die Lippen werden rau, spröde oder reissen ein. Mit der richtigen Pflege bleiben sie auch in der kalten Jahreszeit weich, gesund und verführerisch schön.
© Magnific KI und © Magnific KI«Raue, spröde Lippen können den Alltag unangenehm machen. Sie spannen, brennen und fühlen sich empfindlich an. Umso wichtiger ist eine sanfte Pflege, die schützt und beruhigt.»
Zarte Haut mit wenig Eigenschutz
Sanfte, geschmeidige Lippen sind keine Selbstverständlichkeit. Die Lippenhaut ist ähnlich aufgebaut wie unsere übrige Haut, jedoch rund siebenmal dünner als jene am Handrücken. Ihre oberste Schicht zählt nur drei bis fünf Zellschichten – die Gesichtshaut etwa sechzehn.
Zudem haben die Lippen weder Talg- noch Schweissdrüsen. Damit fehlt ihnen der natürliche Hydro-Lipid-Film, der die übrige Haut geschmeidig hält und schützt. Auch einen natürlichen Sonnenschutz besitzen sie kaum. Deshalb trocknen Lippen besonders schnell aus und werden spröde. Das Gewebe darunter ist stark durchblutet. Bei heller Haut schimmern die Blutgefäße stärker durch und sorgen für die Rotfärbung; bei dunklerer Haut enthält die Lippenhaut mehr Melanin.
Sensibel und ständig in Bewegung
Im Lippenrot liegen zahlreiche Tast-, Schmerz- und Temperaturrezeptoren. Mehr als 15 000 Bewegungen absolvieren unsere Lippen täglich – beim Sprechen, Lächeln, Singen oder Küssen.
Wind, Kälte, Hitze, Vitaminmangel, unausgewogene Ernährung, Stress sowie zu wenig oder zu viel Pflege können trockene Lippen begünstigen. Kleine Risse sind unangenehm und machen die Haut anfälliger für Keime, Pilzinfektionen und Kontaktallergien. Auch Herpesviren können leichter zum Vorschein kommen. Kündigen sich Lippenbläschen durch das typische Kribbeln an, ist rasches Handeln gefragt. Eine frühzeitige Behandlung mit einem virushemmenden Präparat kann ihre Ausprägung deutlich einschränken.
© Shutterstock«Ein Lippenpflegestift schützt die Lippen vor dem Austrocknen, versorgt sie mit pflegenden Inhaltsstoffen und hilft bei rauen Stellen. Besonders bei Kälte, Wind und trockener Luft ist er ideal.»
Pflege, die den Lippen guttut
Weil den Lippen eigene Schutzmechanismen fehlen, ist konsequente Pflege wichtig. Empfehlenswert sind rückfettende Inhaltsstoffe. Sheabutter ähnelt den hauteigenen Fetten und kann die Hautbarriere stärken. Panthenol spendet Feuchtigkeit und unterstützt die Regeneration, Vitamin E wirkt antioxidativ. Jojoba-, Calendula-, Mandel-, Oliven-, Kokos- oder Aprikosenkernöl sowie Bienen- oder Palmwachs erhalten die Geschmeidigkeit. Aquasphären1 spenden Feuchtigkeit und Milchproteine, Traubenkernextrakt, Kakaobutter sowie Aloe vera ergänzen die Pflege. Auch Coenzym Q10 unterstützt die Energiebereitstellung der Zellen und wirkt oxidativem Stress entgegen.
Süchtig nach Lippenpflege?
Immer wieder heisst es, Pflegestifte könnten abhängig machen. Nachgewiesen wurde eine solche Abhängigkeit bislang nicht. Hinter ständigem Nachcremen kann vielmehr eine Gewohnheit stecken. Wer mit der feuchten Zunge über die Lippen fährt, erlebt kurzfristig Erleichterung. Geschieht dies zu häufig, können die Lippen noch stärker austrocknen. Im ungünstigen Fall kann sich sogar ein Ekzem entwickeln.
Ein kleines Beauty-Ritual
Für rosige, weiche Lippen eignet sich gelegentlich ein sanftes Peeling. Dafür fahren Sie mit einer angefeuchteten, weichen Zahnbürste vorsichtig kreisend über die Lippen. So lösen sich trockene Hautschüppchen und die Durchblutung wird angeregt.
© Shutterstock«Honig ist ein einfaches Hausmittel gegen trockene und raue Lippen. Er hilft, Feuchtigkeit zu bewahren, pflegt die Haut und macht spröde Lippen wieder weicher und geschmeidiger.»
Anschließend pressen Sie einen mit lauwarmem Wasser getränkten Wattepad 30 Sekunden lang zwischen die Lippen, tupfen Sie trocken und tragen Mandelöl oder Vaseline auf. Auch Honig eignet sich als Lippenmaske: Fünf bis zehn Minuten einwirken lassen und den Rest ablecken. So werden spröde Lippen wieder glatt und samtig.
Sonnenschutz gehört dazu
UV-Schutz ist auch im Winter wichtig – besonders beim Wintersport und in den Bergen. In tieferen Regionen genügt meist ein Pflegestift mit UV-Schutz. Auch ein gut deckender Lippenstift kann durch seine Farbpigmente zusätzlichen Schutz bieten. Für Wintersportlerinnen gibt es spezielle Lichtschutzpasten.
Bei längerer Sonneneinstrahlung ist hoher Lichtschutz wichtig. Schnee und Wasser reflektieren bis zu 80 Prozent der Sonnenstrahlen und verstärken die Belastung. Im Gebirge absorbiert die dünnere Atmosphäre zudem weniger UV-Strahlung. UV-Strahlung kann Lippenherpes begünstigen. Im hochalpinen Bereich bietet eine zinkhaltige Salbe aus der Apotheke Schutz: Zinkoxid bildet eine dichte Schutzschicht und blockiert UV-Strahlen.
Ein Lächeln mit Ausstrahlung
Unsere Lippen sprechen, lachen, küssen und zeigen Emotionen – ein guter Grund für mehr Aufmerksamkeit im Winter. Gepflegte Lippen fühlen sich angenehm an, wirken gesund und sinnlich und verleihen dem Gesicht Ausstrahlung. Auch wenn Lippenpflege für viele Frauen zum Beauty-Ritual gehört: Von weichen, geschützten Lippen profitieren auch Männer.
1 Feuchtigkeitsspendende Kügelchen in Hautpflegeprodukten, deren Zusammensetzung und Funktion je nach Produkt variieren.

















